Die Zahlen, um die es geht

2025 kamen in Deutschland rund 654.300 Kinder zur Welt, der niedrigste Wert seit 1946. Im Jahr davor waren es 677.117, das ist ein Minus von 3,4 Prozent und der vierte Rückgang in Folge. Legt man 2021 daneben, das letzte starke Jahr mit rund 795.000 Geburten, fehlen inzwischen etwa 18 Prozent eines Jahrgangs.

Die Geburtenziffer liegt bei 1,32 Kindern je Frau. Für die ersten fünf Monate 2026 meldet das Statistische Bundesamt noch einmal 1,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Tempo lässt also nach. Eine Trendwende ist es nicht.

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilungen vom April und Juli 2026.

Warum das bei Trägern direkt aufs Geld schlägt

In den meisten Bundesländern läuft die Kita-Finanzierung kindbezogen. Zuschüsse, Landesmittel und Elternbeiträge hängen an belegten Plätzen. Wenn die Belegung fällt, fällt die Einnahmeseite fast im gleichen Takt mit, während Personal, Miete und Betrieb unverändert weiterlaufen. Im Kosten-Rechner können Sie für Ihre Einrichtung durchspielen, wie schnell sich das summiert.

Dazu kommt etwas, das erst später wehtut. Sinkende Kinderzahlen führen in der Kommune irgendwann zu Standortdiskussionen. Wer bei der nächsten Bedarfsplanung eine schwache Auslastung vorlegt, hat in dieser Diskussion die schlechteren Karten als der Träger nebenan mit voller Gruppe.

Der Rückgang kommt zeitversetzt, und er trifft die Krippe zuerst

Ein Geburtenjahrgang erreicht die Krippe nach etwa einem Jahr und den Kindergarten nach etwa drei. Die schwachen Jahrgänge ab 2022 sitzen also längst in Ihren U3-Gruppen. Im Ü3-Bereich merken Sie davon heute womöglich noch wenig, weil dort gerade noch die starken Jahrgänge sind. In zwei bis drei Jahren ist das vorbei.

Für die Praxis heißt das: Beobachten Sie die Krippe. Was dort an Anmeldungen ausbleibt, kommt im Kindergartenbereich mit Ansage hinterher.

Ob es Sie trifft, entscheidet Ihr Einzugsgebiet

Der Rückgang verteilt sich sehr ungleich. In ländlichen Kreisen und in Ostdeutschland liegt die durchschnittliche Auslastung mancherorts deutlich unter 100 Prozent, einzelne Kommunen sprechen bereits über Schließungen. In Großstädten und ihrem Umland reichen die Plätze dagegen weiterhin nicht aus, weil Zuzug den Geburtenrückgang überlagert.

Die Bundeszahl hilft Ihnen deshalb wenig. Interessant sind die Geburtenzahlen Ihrer Kommune, und die stehen in der örtlichen Bedarfsplanung oder beim statistischen Landesamt. Zwei Einrichtungen 40 Kilometer auseinander können in völlig verschiedenen Märkten stehen.

„Wir haben doch eine Warteliste"

Diesen Satz hören wir oft, und jahrelang war er berechtigt. Er unterstellt allerdings, dass die Namen auf der Liste verfügbare Familien sind. Das sind sie in aller Regel nicht.

Eltern melden ihr Kind bei mehreren Einrichtungen gleichzeitig an. Das ist vernünftig, solange Plätze knapp sind, und es bläht jede Warteliste auf. Bei mehr Nachfrage als Plätzen fiel das nie auf. Selbst wenn zwei Drittel der Liste Karteileichen waren, blieb genug übrig, um die Gruppen zu füllen. Genau diese Reserve schmilzt gerade. Dann stellt sich heraus, dass hinter 40 Namen vielleicht 12 Familien stehen, die tatsächlich noch suchen.

Der zweite Punkt ist das Alter der Einträge. Eine Anmeldung von vor 18 Monaten sagt kaum noch etwas. Die Familie ist umgezogen, hat woanders zugesagt bekommen oder braucht inzwischen andere Betreuungszeiten.

Wie Sie Ihre Warteliste in einer Woche ehrlich machen

Bevor Sie über Werbung nachdenken, sollten Sie wissen, wo Sie stehen. Das kostet nichts außer einer E-Mail.

  • Schreiben Sie alle Familien an, deren Anmeldung älter als drei Monate ist.
  • Stellen Sie genau eine Frage: Suchen Sie noch einen Platz, und zu wann?
  • Setzen Sie eine Frist von zehn Tagen und sagen Sie klar, dass der Eintrag ohne Rückmeldung ruht.
  • Was übrig bleibt, ist Ihre echte Warteliste. Nur diese Zahl gehört in die Planung.

Für viele Leitungen ist das Ergebnis eine unangenehme Überraschung. Es ist trotzdem die erste Zahl, mit der sich arbeiten lässt.

Drei Kennzahlen, die früh warnen

Belegung wird meistens erst zum Thema, wenn die Gruppe schon halb leer ist. Diese drei Werte zeigen die Entwicklung ein bis zwei Jahre vorher an.

  • Anmeldungen je freiem Platz. Entscheidend ist das Verhältnis, nicht die absolute Zahl. Wenn der Wert von 6 auf 2 fällt, ist das ein Alarmsignal, auch wenn gerade noch alle Plätze voll sind.
  • Absagequote. Wie viele Familien lehnen einen angebotenen Platz ab? Steigt dieser Wert, konkurrieren Sie mit anderen Einrichtungen um dieselben Familien.
  • Vorlaufzeit. Wie viele Monate vor dem gewünschten Beginn melden sich Familien? Je kürzer dieser Abstand wird, desto unruhiger wird Ihre Planung, selbst bei gleicher Gesamtnachfrage.

Was jetzt hilft

In einem schrumpfenden Markt werden nicht alle Einrichtungen gleichmäßig leerer. Familien fangen an auszuwählen. Wer sichtbar ist und schnell antwortet, gewinnt dabei Anteile, während anderswo Plätze frei bleiben.

Sichtbar werden sollten Sie, bevor Eltern aktiv suchen. Der Weg zur Anfrage muss kurz sein, zwei Minuten auf dem Handy statt Rückruf während der Öffnungszeiten. Und die Antwort muss schnell kommen, weil Familien sich für die Kita entscheiden, die sich zuerst meldet. Wie dieser Ablauf im Detail aussieht, steht im Leitfaden Kita-Plätze planbar belegen.

Übrigens erreicht dieselbe regionale Sichtbarkeit auch Fachkräfte. Der Fachkräftemangel verschwindet durch weniger Kinder nämlich nicht. Mit der Gruppengröße sinkt auch der Personalschlüssel, und wer in Rente geht, muss trotzdem ersetzt werden.

Was nicht hilft

  • Abwarten, bis die Bedarfsplanung der Kommune das Problem bestätigt. Dann geht die Diskussion schon um Standorte.
  • Sich auf Portale wie den Kita-Navigator oder Little Bird verlassen. Die zeigen Ihre Einrichtung nur denen, die ohnehin schon suchen.
  • Die Warteliste als Auslastungsprognose behandeln, ohne sie einmal bereinigt zu haben.
  • Beim Personal sparen, weil ja weniger Kinder kommen. Eine unterbesetzte Gruppe fällt Eltern schneller auf, als eine Kampagne wieder gutmachen kann.

Fazit

Vier Rückgangsjahre in Folge, niedrigster Stand seit 1946. Damit ist der Geburtenrückgang nichts, worum man sich später kümmern kann. Panik ist trotzdem fehl am Platz. Es geht darum, Belegung als etwas zu behandeln, das man steuert, statt als etwas, das sich schon ergibt. Wer seine echte Warteliste kennt und in seiner Region sichtbar ist, bevor Eltern suchen, kommt mit vollen Gruppen durch diese Jahre. Wer wartet, bis die Zahlen im eigenen Haus ankommen, verliert ein bis zwei Jahre Vorsprung.

Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Einzugsgebiet dasteht und was das für Ihre Belegung heißt, schauen Sie sich unsere Seite zur Platz-Belegung an oder buchen Sie ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch.

Häufige Fragen

Betrifft der Geburtenrückgang jetzt schon jede Kita?

Nein, die Entwicklung ist regional sehr unterschiedlich. In Zuzugsregionen bleibt die Nachfrage teilweise hoch, in ländlichen Kreisen und in Ostdeutschland sind freie Plätze schon Alltag. Ausschlaggebend sind die Geburten- und Zuzugszahlen in Ihrem Einzugsgebiet.

Wir haben eine lange Warteliste. Müssen wir trotzdem etwas tun?

Vermutlich ja. Durch Mehrfachanmeldungen und veraltete Einträge stehen auf Wartelisten meist deutlich weniger verfügbare Familien, als die Länge vermuten lässt. Fragen Sie einmal kurz nach, bevor Sie sich darauf verlassen.

Wie lange dauert es, bis Belegungswerbung wirkt?

Erste Anfragen von Familien erreichen unsere Partner meist innerhalb weniger Tage nach Kampagnenstart, freie Plätze sind in der Regel nach 30 bis 60 Tagen belegt. Beispiele finden Sie unter Kundenergebnisse.

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